Katja Herrmann Autorin
Katja HerrmannAutorin

Verzaubernd

 

Es war, als hätt` der Mond sein Lächeln in die Zweige

gelegt und uns sein Leuchten auf den Weg gestreut.
Als hätt` wie sanftes Streicheln jener Schein erfreut,
die uns geschenkte Zeit, die langsam ging zur Neige,
ins Unvergessliche zu tragen.

So liefen wir und fragten wohl ein jeder innerlich
den anderen, was denn erlaubt und was verboten sei,
und ob dies schwindelnde Gefühl im Bauch gar Zauberei?
Erwartend, dass das Licht dem Dunkel endlich wich,
die letzten Zweifel zu verjagen.

Und bald, mit jedem zögerlichen Blick in deine Augen,
fand ich bebildert all mein Sehnen, spiegelgleich,
und der Versuchung Fessel uns zum Spiel gereicht,
der letzten Möglichkeit, sich zu erwehren zu berauben.
Schobst zaghaft deine Hand in meine.

Die Zeit gefror, als plötzlich uns`re Lippen sich berührten
und fordernd, weich das Feuer weiter in uns schürten,
als Hände ungeübt zu ungeahnter Lust verführten,
wir leidenschaftlich, wild und tief einander spürten.
Seit dieser Nacht bin ich die deine.

.
Mir scheint, der „weise Weiße“ schweigt betreten,
seitdem wir ahnungslos zu unserem gemacht,
was unseres nicht war, naiv und unbedacht.
Als hätten seinen Bann wir nicht erbeten
und dieses folgenschwere Einen.

 

 

© Katja Herrmann (2007)

 

 

 

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