Katja Herrmann Autorin
Katja HerrmannAutorin

Gedankenscherben

 

Da sind wir nun, uns zugewandt und schweigen.
Und alles, was zu Worten nicht gemacht,
zerbricht an der Erinnerung an diese Nacht.
Wir wollten eigentlich so vieles teilen.
Allein, was nun den Atem raubt -
die Spuren deiner Küsse
in meiner Seele Haut.

Wo fing es an, was uns einander nahen ließ?
Im Angesichte dessen, was sich zeigt?
Was innerlich dem ander`n uns geneigt?

Verloren in sich selbst und dem, was ist,
wo wir uns zwanghaft selbst betrügen
(das bringt uns oft bequemer weiter)
und wo wir, um nicht zu verletzen, lügen
(das macht es leichter, aber nicht gescheiter).

Auch mein "Ich lieb` dich nicht" klingt hell
und mischt sich mit dem Beigeschmack,
den jede kleine Lüge hat,
ins Erdbeersüße deiner Lippen, schnell.
Schmeckt nicht nach dem, was süchtig macht.

Noch nicht, noch bist du da.
Noch ist es warm
und Nacht.

 

 

© Katja Herrmann (2007)

 

 

 

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