Katja Herrmann Autorin
Katja HerrmannAutorin

Gedanken

 

 

10.03.2019

 

Heute ist einer der Tage, an denen ich mich frage, ob wir womöglich allzu leichtfertig zulassen, wozu wir werden und was der Alltag aus uns macht. Wir nehmen hin, was man uns vor die Füße wirft, wir sind müde und gestresst und das Ganze hört irgendwie nie auf.

Doch sind wir wirklich müde oder bilden wir uns nur ein müde zu sein? Sind wir wirklich gestresst oder bilden wir uns ein gestresst zu sein? Kann es nicht sein, dass wir müde sind, weil wir wissen, wie es geht müde zu sein und das ganz leicht? Dass wir gestresst sind, weil wir es uns im Gestresstsein so bequem gemacht haben, das wir vergessen haben, dass es auch anders geht? Dass wir werden, wie wir sind, weil wir unsere Sensitivität verloren haben oder vergessen haben, was das ist?

Was, wenn sich das ganz leicht ändern ließe? Wenn wir uns nur einige, wenige Minuten am Tag Zeit nehmen würden, uns selbst wieder zu spüren? Wenn wir jeden Morgen vor die Tür treten, kurz innehhalten, tief Luft holen und fühlen könnten, wer wir sind und wie einen jenes süße Gefühl von Glück und innerer Ruhe durchströmt. Was würde sich ändern?

 

 

 

 

 

03.05.2018

 

Träume gehen verloren, Beziehungen verändern sich, schwer handhab- und beeinflussbare Situationen bergen ein enormes Stresspotenzial. Manchmal scheint es, als hätte alles ein natürliches Verfallsdatum, als würde Anstrengung jedes Gefühl überlagern. Mein reales Ich beneidet da schon mal das lyrische, das sich die Welt entweder so gestaltet, wie sie ihm gefällt oder praktischer Weise direkt in einen Dornröschenschlaf verfällt, wann immer es nichts zu sagen hat.

 

Donnerstagnachmittagsgedanken...

 

 

 

21.06.2017

 

Dem Abra-Kadabra meines Geistes wachsen buchstäblich Flügel. Schön wäre, dem Ausdruck zu verleihen. Bei 37 Grad im Schatten schwer umsetzbar. Glücklicher Weise gibt es die Nächte. Jene sternenklaren, kühlen und fast totenstillen Nächte...

 

 

 

 

06.06.2016

 

Forrest Gump hat mal gesagt, das Leben sei wie eine Schachtel Pralinen, man wüsste nie, was man kriegt. Finde ich nicht. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass man nur eine Praline nehmen darf. Ich bin dafür alle Pralinen anzubeißen, umzu gucken, was drin ist und sie dann zurückzulegen. Für später.

 

;-)

 

 

 

 

15.05.2016

 

Wenn ich mich umschaue... Wenn ich mein Leben mit etwas Abstand betrachte... Wenn ich auf das gute Gefühl in meinem Inneren lausche, das mich beherrscht... Dann denke ich: Was habe ich doch für ein Glück! Glück, zu sein, wie ich bin. Glück, anders zu sein als viele Menschen, denen ich begegne, und die bei weitem nicht von sich behaupten können mit ihrem Leben und sich selbst glücklich und zufrieden zu sein.

 

I am soooo lucky! I am, indeed.

 

 

 

 

29.03.2016

 

Ich denke über das Leben nach,

über die Liebe und darüber,

wozu sie alltäglich degradiert wird.

 

Unter Berücksichtigung aller Umstände und Eventulalitäten frage ich mich - ernsthaft - weiß überhaupt jemand, was das ist?

 

 

 

 

19.01.2016

 

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte,

dann wünschte ich mir DICH!

So arg, so sehr, so ungewohnt, so crazy...

Wie neuerdings dies Sehnen in mir ist

seit ich dich kenne,

obwohl ich mich doch niemals,

niemals mehr verlieben wollte...

Und dennoch,

egal, wie aussichtslos und wie verrückt dies ist:

ICH LIEBE DICH,

ICH LIEB DICH WIE VERRÜCKT:

Leben.

 

 

 

 

03.01.2016

 

Schon seeehr alt, aber immer noch gut:

 

Beflügelnd

 

Du bist so sehr und unerwartet mehr,

woran mein Herz sich freut,

ganz gleich, auf welche Art

du deine Spuren streu

Die mich begleiten

mit liebevoller Achtsamkeit.

Die mir bedeuten,

was so von Seltenheit.

 

Hab Dank für deine Nähe,

für alles Gute das du bist.

Alleine für dein Lächeln ging ich weit.

Wie hab ich jemanden wie dich vermisst!

 

 

© Katja Herrmann (2007)

 

 

In diesem Sinne: Happy New Year!

 

 

 

 

23.12.2015

 

Dies war ein sehr abwechslungsreiches Jahr. Das Studium: Eine Herausforderung, der ich mich - nach all den Jahren der Kindererziehung und des Zurückstellens eigener Interessen - gestellt habe, und der ich erfolgreich begegnen werde (mindestens mit einem Master, aber das wird noch dauern). Privat: Ich habe in diesem Jahr  wundervolle Menschen kennengelernt, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte, genau wie jene, die ich seit mitunter Jahrzehnte kenne. Danke dafür, dass es euch gibt - egal ob nah oder fern!

 

 

 

 

29.10.2015

 

Erkenntnis des Abends:

 

"Everything in life is about being successful.

However it is you, who sets the standard."

 

:)

 

Über das Leben: Im Wesentlichen geht es um sein oder nicht sein. Um Liebe, Gefühl, Genuss, sexuelle Anziehung... Und manchmal auch um Illusionen und die Dysfunktionalität des Gefühls. Aufregend und atemraubend schön. Und genau so sollte es sein.

 

 

 

 

25.08.2015

 

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich die Blumen; jene zwischen mir und dem Würfel, dem Würfel und der Leiter, der Leiter und dem Pferd. Und über allem ein angenehmer, sanfter Wind. Das Leben ist ein ganz besonderes Abenteuer. Immer wieder. Das ist ein solches Geschenk!

 

 

 

 

20.07.2015

 

Wie können so kleine Grillen so laut singen? Cocktails, ein Zusammenschnitt genialer Musikvideos, Zigaretten... Ich denke an meinen Aufenthalt in Malta im Jahr 2011 -  10 Jahre, nachdem ich in dieses Land ausgewandert war. Wahrscheinlich wegen der Grillen, die dort besonders laut singen. Ich will zurück! Möchte in den St. Anton Garden`s an meinem Lieblingswasserspiel die Füße hochlegen und mir für ein paar Tage vormachen, es sei wieder 2001, da ich diesen Ort fast täglich besuchte, schrieb und nicht wusste, wie schnell die Zeit vergeht... Wie schnell man im Handumdrehen auf ein ganzes Leben zurückschaut.

 

 

 

 

17.07.2015

 

Während der vergangenen Tage habe ich über die Liebe nachgedacht. Darüber, wozu wir sie machen, indem wir sie in einen wie auch immer gearteten "Dienst" stellen, und womit wir sie am Ende zerstören... Es muss andere Wege als diesen geben, davon bin ich überzeugt.

 

Kann man eine wissenschaftliche Arbeit über ein solches Thema schreiben? Mensch und Gesellschaft vs. Gefühl und Liebesfähigkeit? Wie viele Beziehungen bauen auf einem Fundament aus Komplexen, fehlenden Selbstwertes und der Unfähigkeit allein zu sein auf? Wie viele Menschen führen eine Zweckbeziehung? Wer wäre ehrlich und reflektiert genug, an einer solchen Studie teilzunehmen?

 

Fragen über Fragen.

 

 

Lieben

 

Und wie mag die Liebe dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle:

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele...

Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –
mir bangte fast vor seiner schweren Pracht...
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
tief in der Nacht.

Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –
ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis wie eine Märchenweise
erklang die Nacht...

 

 

(R. M. Rilke)

 

 

 

 

14. Juli 2015

 

Heute war ein super Tag! Nachdem ich den Lück fertig gelesen hatte, habe ich sämtliche Werke von Freud, Nietzsche und Rilke in meinen Besitz gebracht - und Wege der Wissenschaft von Chalmers. Das Leben ist schön! :)

 

Nein, stimmt nicht. Heute war kein guter Tag, sondern einer von denen, die einem ganz schön zusetzen - durch Ärgernisse, Unsicherheiten und einer gewaltigen Portion Nachdenklichkeit...

Wie Forrest Gump schon sagte: Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man kriegt.

 

In diesem Sinne...

 

:)

 

 

 

 

8. Juni 2015

 

Witzig... Ich denke daran, wie ich mit 16 Freuds Psychoanalyse aus der Bibliothek meines Vaters stahl und nachts heimlich unter der Decke oder in den Pausen auf dem Gym las. Völlig fasziniert von einer Welt, die ich nicht kannte. Wie ich das Schreiben für mich entdekcte und anstatt dem Unterricht zu folgen, Geschichten erfand. Wie ich mich 1995 hoffnungslos in Bernhard Schlinks "Der Vorleser" verirrte und in Leonie Ossowskis "Lea" aus ihrem Roman "Liebe ist kein Argument" verliebte. Wie ich 1996 an der Uni in Potsdam mit Kundera und Rosenstolz in Berührung kam, wie die Welt des Schreibens und Denkens immer mehr Teil von mir wurde. Und natürlich, wie ich 2007 durch die Serie "L-Word" die  Bücher von Amy Bloom entdeckte: "Come to me", "Das Mädchen im Pelzmantel", "Liebe ist ein seltsames Kind"... Und "Autobiography in Red", "Eros The Bittersweet" und später "Glas, Ironie und Gott" von Anne Carson. Bücher, die verändern.

 

Die Welt ist so reich an Schätzen. Und das Leben das schönste aller Abenteuer!

 

 

“What would it be like
to live in a library
of melted books.

 

With sentences streaming over the floor
and all the punctuation
settled to the bottom as a residue.

 

It would be confusing.
Unforgivable.
A great adventure.”

 

 

Anne Carson

 

 

 

 

5. Juni 2015

 

"Ich glaube an die Kraft der Vernunft, der Wissenschaft und der Liebe." (Sigmund Freud)

 

 

 

 

1. Juni 2015

 

Flow-Zustand: Ich denke darüber nach, ob man so viel denken kann, dass man über sich hinaus denkt. Flow-Zustände sind nämlich eine verzwickte Angelegenheit. Man hat kein Gefühl für Raum, Zeit, braucht keine Nahrung, geht völlig im jeweiligen Tun auf und bewegt sich in einer Matrix aus Formeln und Definitionen. Es fühlt sich an, als würde das Gewicht des Gehirns von Stunde zu Stunde zunehmen, als ob es sich mit Blut füllt und immer schneller und schneller denkt und nicht mehr damit aufhören kann - es sei denn, man reißt sich davon los. Wo kommt diese Energie her? Zeit scheint auf diese Weise schneller zu vergehen.

 

 

 

 

30. Mai 2015

 

Ich höre Prof. Dr. Renner von PSI reden und von chinesischen Zimmern und weiß: Ich brauche ein Bier. Oder besser zwei.

 

 

 

 

29. Mai 2015

 

Psychologiestudium: Mein Gehirn ist ein Schwamm. Es saugt alles auf, was ich ihm anbiete, ist leistungsfähig und resistent gegen die Trivialität des Alltags. Ich komme sogar teilweise mit 4 Stunden Schlaf aus, um dann emsig weiter und weiter an dem zu schaffen, was noch zu tun ist. Der Vorteil: Mein Kopf ist voll von Begriffen, Geschichten, Vorlesungen und Formeln. Alles verdichtet sich zu einem schönen Netzwerk neuen Wissens. Der Nachteil: Die Kreativität bleibt ein bisschen auf der Strecke.

 

Ich vermute, meine Forderung nach einem 35-Stunden-Tag bleibt, wie immer, ungehört.

 

 

 

 

21. Mai 2015

 

Meine Freundin macht bei Tchibo in Tauberbischofsheim ein Foto mit sich und einem lebensgroßen HELENE-Aufsteller!!! Und wo ist MEIN Aufsteller??? Ich bin viel größerer Fan! *Heul*

 

 

 

 

10. Mai 2015

 

Neulich las ich meiner Freundin Emma folgendes vor: "Ein Begriff ist ein Zeichen (Signifikant), das etwas (das Signifikat) bezeichnet. Anders ausgedrückt, handelt es sich bei einem Begriff um das von einem Begriffswort (Prädikator) Bezeichnete." (Quelle: Studienbrief Kurs 3401, Kap. 2)

 

Darauf Emma: Ich dachte, du wolltest Psychologie studieren und keine vierte Fremdsprache?

 

Darauf ich: Hatte ich vor. Leider kommt es anders. Und zweitens als man denkt!

 

 

 

 

5. März 2015

 

A mental hospital

(Psychologenwitz aus dem Netz)

After hearing that one of the patients in a mental hospital had saved another from a suicide attempt by pulling him out of a bathtub, the hospital director reviewed the rescuer's file and called him into his office.

"Mr Haroldson, your records and your heroic behavior indicate that you're ready to go home. I'm only sorry that the man you saved later killed himself with a rope around the neck."

"Oh, he didn't kill himself," Mr Haroldson replied. "I hung him up to dry."

 

 

 

 

2. Februar 2015

 

Ich sollte als zweiten Roman ein Buch über Verrückte schreiben...

 

Ich kenne so viele verrückte Menschen.

 

 

 

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